Beginn eines tausendseitigen Todeskampfes.

Der Junge will mir aufhelfen.

Seine Hände sind voll wimmelnder Gebeine. Als habe er sie sich gegriffen aus einem Jahrtausende alten Strom, mich damit zu nähren.

Sonne hat die Gebeine befleckt. Verpuppt sind sie, aber nicht zu Kinderwesen, sondern wie wenn die Gebeine mit dem Erwachsenwerden geschrumpft wären. Endlich im Tode dann handlich genug, mit ihnen umzugehen oder sie zu verwerfen.

Der Junge steht alledem vor. Ein zur Faust geballter Morgen.

In lichte Grabtücher ist der Junge gekleidet. Bereit für Himmelsfesten wie für Teufelswerke.

Seine Brille erst erschreckt mich. Als wären ihm Narren dazwischen gefahren. Mit einem aufgesetzten Stück Schärfe, durch das kein Wesen klarer wird, sondern nur stärker scheint.

Die Knochen des Jungen halten seine Arme wie geschraubt. Ihr Drängen setzt den Körper unter Spannung. Wenig Fleisch bloß, und blindgefastet alles, während Sehne für Sehne gewachsen scheint zum Peitschenhieb.

Nein, vor mir schwingen keine zehn Sommer sich empor, da lodert das Kind gewordene Zepter des ersten Menschen, wie er aus einer Urgewalt heraus zur Erde stürzte, und all die Macht vergaß, die in ihm brannte.

Dasein steigt mir hoch. Es leuchtet mich aus, als wäre ich eine außer Betrieb geratene Schlachterei. Fleischerhaken spüre ich, die mitschwingen bei jedem Zittern. Dazwischen scharfes Gerät und wohl auch Schüsse. Was ein Dasein so braucht, damit es sich behaupten kann auf Erden.

Auf Erden?

Ich nehme wunderlichen Boden wahr. Lässt mich denken an etwas oft Gestreicheltes. Duftet nach Weideland, als wäre der Boden Sommer für Sommer umhergestreift worden. Grob wie der Grand meiner Kindheit, aber kein Brecher. Nachgiebig, pulsierend. Dem Kreidezeichen näher, als dem Spatenstich. Füße mögen ihm eingehen, Schwerkräfte, Blutlinien; nicht jedoch Schätze, wie sie sternenlosen Nächten eigen sind. Boden, der schmeichelt und geschmeichelt sein will.

Entsprechend trostlos bewege ich mich am Boden, geradezu Härte einfordernd. Der Junge lässt sich herab, bietet mir seine Unterarme. Dabei behält er die Gebeine in den Fäusten. Gleich einer Lektion, welche ich längst hätte lernen sollen.

Erinnere ich mich richtig, müsste ich an Höhe das Doppelte messen wie der Junge. Sehe ich aber nach mir ist es, als bräche ich mich in einem Prisma: Beinchen, raupengleich zappelnd, beide Arme aufgeblasen und kaum am Boden haltbar. Geschaffen für hüfthohe Puppenhäuser scheine ich mir nun.

Der Junge nimmt mich auf wie ein Figürchen, dessen Hände einrasten an seinen Unterarmen.

In die Höhe gehoben nun geht mich Vogelgekreisch an. Aufgezogen tönt es, eisern. Hohle Schmerzen, welche darauf präparierte Mechaniken lärmen lassen. Angemessenes Geleit für Köpfe, welche sich verabschieden von des Lebens Schultern. Kein Zwitschern, das zersticht eines Sterbenden Stirn. Als wären den Vögeln ihre Luftsäcke übergeworfen, damit nun sie ersticken am fröhlichen Gepfeif.

Ein Hammer graut mir, dem alles Wesen schmatzendes Geschwür ist. Und der Boden, dieser verständnisvolle Schmeichler, wie er das Erschlagene aufleckt, von unserer Schöpfung nur Knochen lässt.

Mit welch Gottgestalten schafft ein Leben sein Ende heran? hadere ich durch einen Bau, der sich anfühlt wie verschüttet in mir, gleichzeitig aber nach außen gefegt scheint, während der Junge mich durch wüsten Odem hebt.

Einen Odem, der mehr Dunst ist als Wort, und mich das Gefühl meiner Höhe kostet. Als würde ich flattern in etwas das Sarg ist, Gruft oder Schlund. Jedenfalls derart erwachsen, dass jeder Hieb auch die Wurzeln kostet, und alle Freiheit bloß eine kurze Frist in schwereloser Schwärze bedeutet.

Mag mir in meinem Bau nun anwachsen, was den Vögeln genommen, und mag ich auch wachen mit jenem Rechenvermögen an Zeit, das zuckt wie eines Vogels Schnabel, wann immer Ritterschläge drohen und Gesetzgeber walten, ich bleibe mit Nägeln getrieben in ein Krokodil von einem Felsen.

Ich bin nicht mehr als Dornengestrüpp, in dem sein Verderben brennt. Wer Schuld sucht, der lange nach meiner faulen Blüte. Des Teufels sind die schwarzen Früchte, und mit ihnen der Schöpfung Fäulnisfresser, wie sie süß klingen vom Rausch des Verderbens. Wäre nicht alles Dasein erfüllt durch Gottesgewalt, es bliebe sündiges Sauriertum!

Entfernt aus dem Wuchern meiner Wurzeln verbleibe ich als ein Krabbeln. Voll Geschrei um das letzte Licht in meinem Antlitz: vom Rost zerfressenes Dämmern, das noch mir Tage schneidet aus der Nacht, und sorgt für Himmel über klatschenden Wellengängen.

Wie sie mich am Atmen halten, diese Lufterzeugnisse! Freigeräumt und voll wahrhaftiger Maßstäbe. Allem Menschenmöglichen über in ihrer Formengewalt. Mal lächelnd, mal ernst unser Lichterspiel zudeckend.

So habe ich mein Leben den Himmeln weit mehr anvertraut, als uns Strichfiguren.

Und der Junge, der verrückt genug scheint es aufzunehmen mit tausend Knochenmännern, der war ich! Auferstanden in den Wolkenfeldern des Vorstadtwesens. Dort, wo mir Wälder winkten, vor Blüte der Boden strotzte, und wo ich meine Flügel ungeniert trug.

An diesem Jungen nun krabbele ich empor wie an einem Koloss vor den Toren unserer Zeitrechnung. Zitternd über dem Wahnsinnn seiner Muskeln.

Gegenwärtig geblieben davon ist mir meine Sprungkraft: kaum spannte ein Band sich hoch oder weit, nahm ich Anlauf. Reichen wollte ich, wohin keiner reichte. Bis ich aus allen Zeichen brach, rückwärts redete, Räder drosch.


Wieder entdecke ich mich auf Höhe der Schultern des Jungen. Sehe meinen Händen zu, die sich vergreifen an Stücken übergeworfenen Leichentuchs. Mir ist entfallen, welch Pfade die Hände so weit gelangen ließen. Ich erinnere bloß ein Krabbeln, das regelmäßig unterbrochen wurde von Hüpfbewegungen. Verloren scheint die Möglichkeit des aufrechten Ganges. Ich quittiere es mit Erleichterung.

Auf der neuen Höhe schlägt mein Dasein Wellen: was mir verfließt an Zeit unterströmt mich nun. Als ginge es scharf gegens Vulkanische. Kein übles Gefühl, wenn glühend seine Reste über einen kommen. So wird mir mein Haupt mit jedem Augenblick neu gegossen. Und kriegslustig wirft alle Zeit mich nach vorne. Eingezogen von ihrem Angriff, brenne ich mit den Jahrhunderten. Uns voran die Faust der Ewigkeit, wie sie eindrischt auf ein Rund aus Teufelswerken.

Um mich herum explodiert Wein fässerweise, stopft Tand zersprengte Mäuler, kocht Leibesfreude von den Knochen. Ehe ich, überspannt von einer Schnur, zurück gerissen bin in die Leichentücher meines jungen Titanen.

Mit dem Jungen gerät das Gemäuer ins Marschieren. In keiner Richtung scheint ein Stein mehr berufen zum Totschlag. Alles wirkt im Aufbruch, reißt an seinem Grund, dass der Putz abspringt.

Dahinter tut sich Ausgeschabtes auf. Kreidige Kuhlen, die verloren sein mögen, dumpf, oder für gar nichts klaffen. Jenes Grundlose, das mich ängstigt seit ich Weltenraum besetzt halte und dem Dasein Zins schulde. Zu schulden hoffe. Es kann eine Bleibe auch so von den Sternen abfallen, ja, alles ohne jede Absicht aus der Ursuppe gekrochen sein. Dann hätte ich ein quirliges Nichts entlohnt für seine Abtritte.

In Marschrichtung meines jungen Titanen bröckelt Kuhle um Kuhle auf. Aus tausend bleichen Augen glotzt das Nichts mir entgegen.

Erfolglos fahnde ich nach einem heldenhaften Gestalten, das aus der Kreide dringt. Als wandelten wir durch die Absichtslosigkeit verödeter Flußpferde. Zeichen genug, dass kein Weg ins Freie langt. Entzündetes Gewebe im Drehschwindel alter Knochen. Ohne Wunde, ohne eine Springflut Blut geht es für uns nirgendwo hin.

Der Schlaf eignet mich hier! Mit inhaltsleerer Bebilderung schafft er mein Dasein durch mir unbewusste Nachtstunden. Und es naht das Erwachen! Jene Schippe Luft, die mich zurück wirft in den sicheren Tod. Was vom Tagewerk als Traumwandeln gescholten, bedeutet mir meinen letzten Strang Herrlichkeit.

Ich mag nicht länger wissen, wann ich geboren bin, ob ich ausging, tanzen oder spielen, und in welch Vorstellungen ich mich wog, bis ich um war. Beim Tod komme ich so oder so hinaus. Aber vielleicht finde ich auf den letzten Metern Traumsein noch meinen Schöpfer?

Golgatha vor Augen.

18. Januar 2017

Mutter und Sohn kauern um eine Glut zersplitterter Lichtspiele. Die Mutter dünn wie ein Taufkleid, der Sohn blindgefroren.

Die Vokuhila grau, das Leder schwer, unterschreibt er seinen Fahrschein wie ein gewählter Präsident.

19. Januar 2017

Mit duftender Paste die Arbeitskraft gefettet, Marschmusik ins Ohr gedrückt, hängen seine Hände ihm an wie zwei tote Füchse.

20. Januar 2017

Der Vater kniet über seinem Handy, wie ein Zwerg über seinem Zauber. Das Kind tut, als würden die Steine nur Spaß machen.

23. Januar 2017

Der Morgen wie eine Front Speere. Die Halter gefroren zu Fäusten, schillernd unter dem Stern eines Generalissimus.

25. Januar 2017

Zwei Senken Wachs. Verschwendet in ihnen der Sonne Saat. Eingesponnen von Lichtgarn, das Königshäusern hätte leuchten können.

26. Januar 2017

Sein Schicksal, es greift nach einer Zeitschrift für Küchenfeen.

30. Januar 2017

Ein Hundeleben in der Hand, knirschende Pfeffermühlen als Kumpane, durchfiebert er die letzte Zeitzone.

Eingekellert das Kind, schnitt er sich an Erinnerungen, und kein Grabstein kühl genug für den Schmerz.

31. Januar 2017

Der Clown stand wie eine Klagemauer. Er sah in ein leeres Gotteshaus, und leer sah das Gotteshaus in ihn.

Ihr Gesicht sprang um wie ein Automat, wenn eine der Soldatenkrabben Champagner wünschte.

01. Februar 2017

Mehrbettzimmer. Schweiß. Vorkasse. Er freundete sich an mit einem der Kleiderbügel, während man unten im Tanzschuppen zappelte nach Luft.

02. Februar 2017

Als er bei Kräften war, trug ihn alles. Nun ergibt er sich dem Steckenpferd, das ihn am launigsten tritt.

Schlägt ein Licht ihn zum Ritter, verfällt er auf alle Viere. Schlingt Dunkelheit sich um seinen Hals, hängt er am Himmel.

05. Februar 2017

Die Schänke still wie eine Andacht, als tränke man Psalme und bewege auf seinem Teller das Abendland.

06. Februar 2017

In die Wälder getrieben von Brevieren, stand sein Wesen nur Kindertagen gut. Mit ihm machten die Vögel kurzen Prozess.

Die Dame hüpfte zum Ausschank wie eine Taube. Nach Bier pickte sie, das Federkleid ersoffen am Leib. Man fürchtete um seinen Sonntagsstaat.

07. Februar 2017

Sie klangen wie alte Kaffeetafeln. Eine Gruft mit roten Wangen und aufgemalten Himmeln. So vernagelt, dass keiner lebend rauskam.

Zugig wurden ihm seine Sonnenaufgänge. Alles ging ihn an wie nie getan. Und er ohne das Schulterzucken jener, die man tot in ihren Kojen fand.

08. Februar 2017

Im Schlaf sehe ich Tote. Erfüllt von Freude auf die Ferien. Und sie machen mir das Träumen leicht in ihrer fabelhaftesten Menschengestalt.

09. Februar 2017

Der Triebwagen schnurrte durch die Nacht wie eine leuchtende Lore, Menschen aus ihren Träumen an den Tag zu befördern.

Die Tochter geht als Schneewittchen, ihre Mutter mit schmalen Lippen, Hände halb zum Gebet. Beider Beine wie ein Kreuzzeichen vor der Wildbahn.

13. Februar 2017

Die in den Stein gehauenen Fäuste der anderen verdarben ihm jeden Bissen, den er seiner Existenz vom Knochen schaben konnte.

Es duftete nach dem Regen vergangener Frühlinge, als er Grün warf auf Gräber, die ihn nichts angingen.

15. Februar 2017

Komm dem Wein nicht mit Durst! ward ermahnt der Ochse, der nicht länger trinken wollte, sondern genießen.

16. Februar 2017

Über der Kapelle gingen ihm die Sterne auf. Vom Sturm getrieben stob Glockenspiel ins Weite. Sein Tod aber wollte es so nicht.

Die Luft des Eingeborenen wich aus seinem Wesen: Nach mehr als dem Ergebnis seines Geschlechtslebens würde IHN niemand fragen.

Vor der Jukebox zwei Augenpaare, wie Höhlenwesen in den Knochen getrieben. Als Mahnung nicht übrig zu bleiben, bis selbst die Musik kostet.

17. Februar 2017

In Fuchsfiguren vom Leben und vom Sterben, auf der Höhe von Ackergäulen, fühlte er sich beschert.

Sie ergreifen einander wie aufgeschreckte Hofzwerge, tarnen dabei Höllen als Hüpfburgen und missbrauchen Reißzähne zum Lachen.

20. Februar 2017

Sein Mund öffnet sich wie eine Naht am Gesäß. Er lässt den Unterkiefer hinab, dass man Ketten rasseln hört. Heraus stürzt eine Rotte Tuwörter.

22. Februar 2017

Alleinreisende Herren, wie sie absteigen und endlich ausbleiben. Ihre Überreste gefegt in kleine Trauerrahmen für Bestattungspflichtige.

23. Februar 2017

Hände, die mit eingeübter Poesie nach den Mistgabeln greifen. An Taten mangelt es ihnen nicht, aber an Gründen.

25. Februar 2017

27. Februar 2017

Er eilt zu den Maiden wie zu den Waffen. Gewährt eine ihm freie Hand, ist ihm nach Revolution. Bis er abgelöscht wird mit Champagner.

28. Februar 2017

Er sah auf seine Schürze, sah auf die Existenz, die ihm am Leibe hing: ein Ausgebleichter, der Mülltonnen nötiger hatte als Briefkästen.

01. März 2017

Im Bulli ihres Herrn wartet mehr, als wir einander geben können. Wie Tiere merken wir nochmal auf, ehe jedes sich vertieft in seinen Wald.

02. März 2017

Abgenagt von Träumen, erschien kein Licht ihm mehr tanzbar. So tröpfelte er in das Ermessen garstiger Gebeine.

03. März 2017

Durch den Triumphbogen reitet Reklame. Mit Göttern, die nicht mehr gelten als eine Schale Erdnüsse. Ware, welche sich ihre Menschen produziert.

04. März 2017

Werktätige befüllen, was die Nacht geleert. Reste abgesoffenen Glücks sind rasch fortgeschafft in den Minnas der Obrigkeit.

05. März 2017

Was vorsteht dem Budenzauber, vermerkt seine Seligkeit in einem Kontierungsbuch, dessen Summe nie genügt.

06. März 2017

Zwischen Bier und Beischlaf hinein in Busse und Bahnen, bis er hinter Backsteinen brannte für seine Beerdigung.

Blut krönt des Bullens Würde, weist dem Keiler sein Revier, vertritt eines Hengstes Sache. Sein dampfend Werk lässt Väterchen aufwallen.

Der Wind ging und es roch nach gemähtem Gras. Aber mal waren seine Hände zu klein, mal zu groß für das, was vor ihm lag.

Irre gegangen in seiner Freiheit, war ihm nach Menschengärten mit tüchtig Eisen vor den Fenstern. Erhört sein in Verhören.

07. März 2017

Als ein Flaumacher lungert er in mitten von wehrhaften Lebensläufen, die stubenrein machten, was ihnen zufiel.

Aufrechte, deren Gemüter nirgendwo anders je waren, als im Staub eines Tempels. Während er sein Gemüt nicht wund gekniet bekam.

Erste Liebesnächte mit einem marmeladeroten Spielzeuglaster…

08. März 2017

Als er vorsprach mit seinem Honig aus Nonsens und dem Koffer voll Asche, warf der Mönch einen Frisbee nach ihm.

In ihm herrschten weder Zwinger noch Zauber, sondern elende Steichelzoos, wo alles Bitte! mähte und Danke! krächzte.

Dem Lustwandel gewidmete Teile des Bahnhofs, wo Daddelhallen Hof halten und Männer ihren Schoß feiern: hereingesteckt die Herrschaften!

09. März 2017

Kameras, die Stahlhelmen glichen. Er winkte wie ein Kitz, das alle viere entdeckt. Gehegt wollte er sein als Lustobjekt greiffreudiger Sitten.

Der Absacker, die Stampe, das Schifferklavier: Sozialkapitalisten, wie sie schwärmen und krebsen. Unter lauter Kram ist kein Wollen mehr.

Die Eltern mussten fortwährend Geld nachwerfen, damit er sich bimmelnd drehte. Seine Liebe war keine, welche sich finster begnügte.

10. März 2017

Mochte das Herz ihm seinen letzten Groschen streitig machen, mit dem Einkaufszettel einer Mutter in der Hand starb er nicht in Schande.

13. März 2017

Als prälatengrüner Schein inmitten fanatischer Schwärze verbummelte er sein Heldendgrab. Kreischend nach einem Hirten ging er dem Leben ab.

Auf schwülen Basaren des Gebens und Nehmens zeichnete sie sich vom Busen bis zu den Flanken mit Preisschildern aus. Für kalkulierbare Glücksgriffe!

Der Mund hat zu tun, beide Hände beschäftigt, die Füße still: so lässt es sich dämmern!

14. März 2017

Die aufgeklebten Erinnerungen kleingepflegt, tritt sein Wesen vergebens vor zum Appell: wo Besen für Ordnung sorgen, gilt das Leben als Fiebertraum!

19. März 2017

Mochte er vom Glück keinen Bissen mehr tun: Putzen gehen ehrte ihn mehr, als ein Leben lang bloß Dreck zu hinterlassen.

Seinen Mund versprach er sich wund. Damit er wurde wie in den Romanen die Liebhaber. Nicht allein auf der Welt, um sich zu erleichtern.

20. März 2017

Niederknien hieß er sich in Puppenstuben, belebt vom Flaum der Morgenröte. Kinderlieder boten sich an, ihm das Höchstmaß aller Gefühle einzubrennen.

Weder Kinderfuß noch Bocksbein, langt es für keinen Horizont mehr. Mag er durch Gleichnisse tanzen, was ins Grab geworfen ist nicht gezeugt.

21. März 2017

Erfüllt vom Harnisch seiner Ahnen, fand er kein Ende mit dem Hausieren. Was an Steinen ihn hochzog, war keine Hundehütte wert.

Hinter geflochtenen Gittern stillgestelltes Ferkelglück seiner Kindheit, als ihn das Nutzvieh noch außer Sichtweite erwartete.

Ob man ihm nachsah? Als wäre er eben erst vorbei mit einigen Groschen im Herzen und seiner Bewandtnis, für die kein Plüschauge je leuchtete.

23. März 2017

Die gleichgültigen Handreichungen eines Tagtraumes ließen seine Arme hochfliegen. Als wäre er nicht längst per Sie mit dem Himmelreich.

Er brachte seine dicke Hose ein, sie setzte auf wollne Leibchen. Erfummelte Seelenverwandtschaft, dem Fleisch die Kündigungsfrist zu verlängern.

24. März 2017

Bemüht um das Herz eines Harlekins, ditschte er Brötchengroschen übers Sternenmeer.

28. März 2017

Viel Kittelgeschürztes ist seither zu Grabe getragen worden, der Harlekin aber grinst noch immer am Fenster der Daddelhalle.

29. März 2017

Fromm tuende Onkel schaffen ihm Fleisch ans Herz, richten Opferstöcke behaglich ein, erklären feierlich sein Leben zur Handarbeit.

30. März 2017

Mit Geld stopfte er seine Lebtage, verdarb den Rest mit der Hege mietbarer Lustgrotten, ward vom Dasein angeschmiert, statt ihm zu entgleiten.

31. März 2017

Er hatte in Mausoleen geschafft. Trug dabei Shorts, die sich am Winter nicht störten. Nun operierte man ihn mit puffmütterlicher Ruhe aufs Urnenfeld.

02. April 2017

03. April 2017

Er nahm Anlauf, nächtelang, trat nach Luft, war entschlossen. Kehricht aber zwang ihn stets zurück auf den Boden seiner Bretterbude.

04. April 2017

Rüde steckte er sich in den Schlitz Richtung Fruchterlebnis. Nicht mehr auf jenen Hochlagen, das abtun zu können als Herrenwitz.

05. April 2017

Lebenssatt fahndete er nach einem Heldentod. Aber er sah nur Rücken, die schnellmachten. Gegerbt und mit Höhlenmalerei bestochen.

06. April 2017

Eher wollte er vom Himmel verurteilt sein, als auf Erden absichtslos blühen. Strafe leisten, statt Friedhöfe bepflanzen.

08. April 2017

09. April 2017

Brust zeigten die leichten Leben, und einen harten Schweif. Er aber verlangte den schweren Tod. Aus Marmor und zentral gelegen.

Die Ameisen waren noch da, das Singen und der Wind. Tief in den Frühling gesät. Sich fand er nicht mehr wieder. Ohne Aktenzeichen vergangen.

10. April 2017

Mochten seine Hände zaubern und zaubern, sein Kopf ging dabei stets verloren, fiel dumpf in verlassene Höhlen.

Er trank seine Hölle nicht schwarz, sondern süßte sie mit Gebeten.

Des Bahnhofs Abgänge öffnen sich. Laufzettel machen die Runde. Augen schnappen auf und Schnauzen. Im Gleisbett scharrende Mäuse.

11. April 2017

Als er nur aus Muttererde geformt war, hatte er keine Endstation je gespürt. Nun waren sie überall.

Wenn alles ein Grab war, warum liebte er dann so sehr, was sonst keiner liebte?

Neujahr.

Verbissen in zuckrige Granatsplitter, geriet das Kind

Unter die Bussarde.

Verzärtelt, des Kanonenfutters entwöhnt,

Erstickt von kichernden Zündelhölzern.

Der Vater ein Schlauch, ertränkt in unserer Erde

Abwasser. Schwemmt Schlangen blutenden Tuchs

Über zuckende Fäuste. Nebenan die Himmel

Am Knopf sich drehen.

Traumgestalten hinter der Stirn,

Ballen sich zur Faust.

Den Schädel sprengen wollen sie,

Die einst für Tanz sorgten

In des Hirns marmornen Buden.

Werfen will ich mein Wort

Über unsrer Erde Sternenhimmel.

In grundlosen Flüssen mich neu erfinden,

Stranden an Küsten frei von Todesfällen.

Atemberaubendes Reich aus Rauch,

Rechnest gegen Dein Sterben auf.

Gehängt an eine Garderobe aus Fleischerhaken,

Gestreift von Schultern.

Eingezogen von dem Tropfen Wasser,

Stierte sein Nacken nach ihm, als fordere er die

Tischkante, an der entlang alle Finger Töne

Fraßen, wie wenn es Fliegen wären.

Ein Nachtwächter steht den Gefallenen vor,

Für Licht zu sorgen in der Erde Antlitz.

Will sein Herrenwort mir schneiden aus dem Fleisch,

Ihm ins Feuer tun den Rest.

Kolibris, bemalt wie Kirchenglas,

Weit gefächert im Abendrot.

Wedeln ihren Himmel

Zerbrochenen Tagen zu.

Ein Wort wie ein zerbombtes Zirkustier,

Ein Wort aus auf Beute.

Will in der Flaneure Fleisch sich fressen.

Genährt von Blutströmen, der Erde Königskinder überdauern.

Für Julia!

Geschaffen aus dem Weltenmeer,

Gründet Deine Kirche in den Dünen,

Hüten Pinienwälder Deiner Kirche Strand.

Ähren, sonnensatt, wehen durch einer Ewigkeit

Glockenspiel, wiegen Heiliger Tiere Schiff.

Gütiger Boden birgt der Jahreszeiten Staat.

Adern, lindgrün, wachsen durch kristallne Gipfel:

Wasser und Schlamm und Schlamm und Luft bliebe

Urwerk ohne Dich Liebende,

Verloren im Wesenlosen die Himmelsmacht!

Abends, am Ende aller Zeitrechnung, trete ich vor Deinen Altar.

Reich der Fürbitten, die in leuchtender Romantik ich Dir verbarg.

Hingeben mag ich mich den Schwärmen der Zugvögel,

Anzuvertrauen ihnen meinen Lebtag mit Dir:

Heim rannten der Herold und seine Auferstehung,

Hoben Hände, schrien: Blau!

Sangen durch Tage, sangen durch Nächte, waren Wochen, waren Jahr.

Warfen über uns die Fahnen, spielten einander Sterne zu,

Leuchteten aus das Schattenreich.

Applaus! unserem Erdenrund Herrlichkeit.

Applaus! platzen Laternen Regenbögen voll Ballons.

Applaus! stürzen wir auf das Kirchentor.

Hochgehalten von Gottesliebe in alle Morgen der Welt,

Geht Königreich für Königreich uns auf,

Wehen Flügel uns an die Leiber,

Sind in Frühlingswinde wir geworfen.

Durch Alleen und über Promenaden,

Funkenschlagend aus Feuerwerken,

Flatternd von Gesangbuch zu Gesangbuch.

Hieb eines Blitzes. Getroffenes Erdenherz, entflammt und verschmolzen.

Jahrmilliarden Traum an Traum alle Himmel empor,

Geboren als EIN ENGEL in die aufgehende Sonne.

Purgatory.

Krachlederne Nichtigkeit, gepflastert mit Gebeten.

Buddeln Engel aus magerer Muttererde.

Fäuste, beruhigt von mannsgroßen Beilen,

Zerspringen unter smaragdenen Klauen.

Dahinter die Schlachthöfe.

Klingen von Schellen, klingen von Ketten.

An jeder Kette eine Welt.

Stahlblauer Schnee fegt hinab die Zinnen der Stadt,

Verbindet Wunde für Wunde auf den Äckern Gottes.

Gehämmert in Stein jubeln die Krieger, krächzen Sieg

Aus hundert Raben.

Hinter Windspielen friert silbern des Gefallenen Name.

Ein Grab beleben wir, streng wacht vor den Fenstern die Nacht.

Ertrinken in alten Herrschaften, gehäutet von wütendem Elfenbein,

Verstoßen aus jedem Atemzug.

Gezeichnete Liebhaber halten Hände auf, nehmen, was Not tut.

Ziehen Kehlköpfe wie Ochsen durch das Fleisch, aller

Lust ihr Angesicht zerpflügen.

Erloschene Herrenkuchen, fortgewischt von Schultafeln,

Wo einst mit Schönschrift sie vermerkt standen.

Was unserer Lust wir geschaffen, ist die Graberde nicht wert.

Kein Herz je erbaute Heim und Welt, ist Opferschrein feuerrot, ist

Nimmerstatter Ofen, dessen Qualm Himmel ergraut.

Greiffreudig Rücksitz machen, getrost auch öde, Gegenwart austreten lassen.
Marodierende Mündigkeit leuchtet dem Giftgekrebse seine Steppe.

An schweren Stämmen klirren Schaukeln.

Rädelsführer, die Mutigsten ohne Taschenlampe, verhängen Lebensstrafen.

Anbefohlene Gemüter verbröseln wie Geziefer, wund von Erinnerungen.

Kerne, die durch und durch gehen, belagert von Tüten voll Erdnüsse.

Sich grausam blühen, als ein erstes Kinderwort zur Fürbitte,

Dick der Daumen vor Botschaft.

Fanfarenstoß, für eines Abendbrotes Länge.
Nicht noch auf Zimmer irre gehen vor Luft.
Unhold und ganz Kralle hält nüchtern sich das Würgen.

Vom Knochen hungern müsst man sich!

Wo anfangen mit dem Tod? tut der Kneipe Decke wie die Morgensonne.

Licht im Leichenhemd klüger sein als des Messers Schneide,

Welten volley nehmen, toben mit dem Prügel.

Wie Kuckucksuhren marschieren durch Urnenlöcher.

Was arbeitsbekleidet diente, steht nun uniformiert.

Teilt, geschmückt von des Stammes Maiden, sein Brot

Mit Lichtspielhäusern.

Rotten Trunkener, Mühlsteine aus der Finsternis: im Plüsch

Ergriffen von Adventsgestecken eilen heim die Freier.

Ein Werk tun, und sei es das des Sterbens.

Breittreten den verschämten Pfad!

Seine Frist verderben unter den Hufen der Morgenröte.

Abfall.

„Ich bin Abfall!“ lächelte Hengstmann die beiden Paketboten an. „Ich habe nicht vor lange zu bleiben“, entschuldigte er sein Zimmer.

„Einen Fernseher und eine Spielkonsole?“ Beide Paketboten schienen besorgt um das Wohl der Waren, die sie abzuliefern hatten.

Hengstmann zuckte mit den Schultern. Als hätte man ihn von Amts wegen verurteilt, einen Fernseher und eine Spielkonsole anzuschaffen.

Ob man ihm beim Anschließen helfen könne? Hengstmann fingerte fünfzig Euro aus der Hemdtasche. Er hatte seine Lebensversicherung aufgelöst. Der Hinweis, dass er Witwer geworden sei, genügte.

Das Fernsehgerät nahm das Zimmer ein. Zusammen mit der gelackten Spielkonsole davor die einzigen von Hengstmanns Habseligkeiten, in denen man sich hätte spiegeln können. Ansonsten wirkte sein Haushalt so bereit für die Mülltonne wie das Pappgeschirr, das überall auf der Küchenzeile lag.

Die Paketboten nahmen das Geld, als wollten sie Beileid ausdrücken. Dann machten beide, dass sie fortkamen.

Hengstmann schloss die Tür, drehte den Schlüssel zweimal, schob den Riegel vor. Eine Gruft mit Fensterplatz.

Hengstmann hatte das Fenster auf Kipp. Sechster Stock. Der Feierabendverkehr drang ihm ins Ohr.

Hengstmann war groß geworden mit Ausblick auf eine Chaussee. Stundenlang kniete er als Kind unterm Dach vor dem großen Wohnzimmerfenster und beobachtete das Straßenbild.

Und nun war er selbst der Passant, den Kinder registrierten in seinem Vorübergehen.

Hengstmann schaltete die Spielkonsole ein. Es gewitterte auf dem kurvigen Bildschirm des Fernsehgerätes. Es trommelte, es schwirrte. Der Schriftzug des Spielkonsolenfabrikanten schoss ins Bild. Hengstmann nahm das alles wahr wie durch eine Hornhaut.

Zuerst hatte Hengstmann ein Schachprogramm vorinstallieren lassen. So wollte er abschließen mit seiner Jugend. Jener verzauberten Zeit, als die Welt noch zehntausend Wege reich war.

Beliebt war er selbst im Schachverein nicht. Trotzdem empfand er Freitags in der Bahn Mitleid für jedes Kind, das nicht in den Schachverein fuhr.

Liebend gerne stand er dort alleine vor dem schwarzen Brett und studierte die Weltrangliste. Namen von Schachgroßmeistern, welche Hengstmann lohnenswerter schienen als all das, was seine Schulpflicht ihm nahebrachte.

Und wie er sich dann seinen ersten Schachcomputer zusammen gespart hatte, benötigte er so richtig eigentlich keine Menschenseele mehr.

Niemals wäre Hengstmann damals eingegangen, dass ihn seine geheiligte Schachlogik derart wenig scheren würde wie jetzt, dass Hengstmanns letzte Strategie dahin gehen würde, jenseits allen Straßenverkehrs seinem Erdensein als Witwer ein Ende zu machen. Dort, wo es Nacht wurde und die Sterne begannen.

Hengstmann verschob auf dem Bildschirm Spielsteine, als wäre er ein Uhrwerk. Wer auch immer ihn so aufgezogen hatte, Hengstmann wollte sich dieser Mechanik nicht länger ergeben! Jenem vorgegebenen Ablauf, bis wann er gefälligst weiterzulaufen hatte.

Das Schachprogramm schlug erst mit dem Springer ein auf Hengstmanns Bauern, dann mit dem Turm. Hengstmann wich zurück, bis der Angriff abebbte. Hengstmann vergewisserte sich, dass er noch stand, dass der Sturm vorüber war, und dass niemand mehr herrschte auf dem Schachbrett. Dann schob Hengstmann seine Figuren weiter, weiter und immer weiter – bis kein Spielzug mehr möglich war. Patt. Unentschieden. Schulterzuckend wandte das Schachprogramm sich ab.

Hengstmann dagegen wurde übermannt von einer Erinnerung, wie er und sein Schulkamerad bis weit in den Herbstabend hinein Schach gespielt hatten. Dem Schulkameraden war allein der König verblieben, Hengstmann dagegen eine kleine Armee. Da betrat der Vater des Schulkameraden das Kinderzimmer. Unter dieser Autorität war Hengstmann wie fortgewischt. Bereitwillig ließ er sich vom Vater seines Schulkameraden die Hand führen – bis der Schulkamerad Patt stand! Unentschieden.

„Das ist doch verloren!“ wies der Vater seinen grinsenden Sohn zurecht. Hengstmann schloß sich halblaut an und bestand auf einem Sieg. Obwohl beide Schüler wussten, dass der Vater Unrecht hatte, dass die Partie zum Unentschieden verdorben war.

Selbst jetzt, eine Ewigkeit später, hatte Hengstmann keine Ahnung, warum der Vater seines Klassenkameraden so energisch auf einen Sieg bestand, wo es doch nur Unentschieden war. Vielleicht funktionierte Glück nicht anders, als mit Bestimmtheit Halbheiten zu Siegen zu erklären…

Aber was nützte das jetzt, was nützte es, wenn Hengstmann sich über alles derart im Klaren war? Der Bildschirm vor ihm stand still wie ein Grabstein, und unten auf der Straße herrschte das Glück so sehr, dass immer von neuem Schlagermusik durchs Fenster seiner Gruft wehte. Absichtslos, wie Konfetti in den Schoß eines Bettlers.

Hilfesuchend sah Hengstmann auf die Tür zum Badezimmer, hinter der drei Einweggrills bereit standen. Holzkohle. Anzünder. Alles dabei. Kein Sieg, gewiss nicht. Aber eben auch kein Unentschieden.

Ihm kam ein Grillabend während seiner Grundschulzeit hoch. Die erste Klassenreise. Es fiel ihm schwer die Kartoffeln richtig ins Feuer zu halten. Man half ihm, sah das als etwas, das sich schon geben werde. Eine günstige Prognose, die Hengstmann derart erklingen ließ, dass er alle um sich herum zum Lachen brachte: „Du hast Dich heute noch lange nicht ausgewitzt!“ lobte ihn der Klassenclown.

Hengstmann sank auf dem Sofa zusammen wie verkohltes Brennholz. Und es bedeutete keinen Trost, dass sich vielleicht noch Spuren der Asche ihres Grillabends in der Feuerstelle des Ferienheimes fanden. So denn das Ferienheim überhaupt noch bestand. Vor allem bedeutete es keinen Trost, weil sein Geist dort wohl alleine Sorge trug für das Vergangene: bestimmt erinnerte sich niemand sonst mehr an jene zwei, drei Stunden gemeinsamer Kindheit!

Bereits damals, als er einige Schulkameraden am Telefon behelligte mit dem, was ihm wesentlich schien, wurde kommentarlos aufgelegt. Und so ersoff Hengstmann samt seinen Bedeutsamkeiten in einem Nichts aus Freizeichen. Niemand da!

Vollkommen geplant war es also nicht, dass er in Folge alles mit dem Schachcomputer bestritt.

Und vielleicht bedeutete es das Todesrasseln eines Gemüts, wenn es mit Erinnerungen verschleimte: nirgends ein Hauch Zukunft mehr!

Seine Frau bestellte Limonade wie er. Ihm gegenüber nahm sie Platz. Mit einer Erwartungsfreude, die ihn erinnerte an Geburtstagskinder. Gefühlt war es für sie und auch für Hengstmann noch Frühling, als beide sich zum ersten Male begegneten.

Sie kam frisch von einer Feier, während Hengstmann schwärmte für seine Aussichten. Um sie herum Bratkartoffelverhältnisse und Mengen Grünzeugs. Man ließ sich gehen, erwarb dieses, erwarb jenes, war selten mal nicht hungrig. Zum Abschied küsste Hengstmann sie auf den Hals.

Dachte er so zurück an seine Frau, erschien ihm das Gotteslob nicht unwahrscheinlich, das in der Schule während der letzten Stunde vor den Sommerferien geschmettert worden war. Im Kanon. „Sei gepriesen…“ hörte Hengstmann wie aus einem weit entfernten Kirchenschiff die Stimmen der Mädchen.